Für und Wider NOAKs (neue orale Antikoagulanzien)

Neue orale Antikoagulanzien (NOAKs) sind seit wenigen Jahren auf dem Markt und scheinen die orale Antikoagulation mit Marcumar oder anderen Vitamin K-Antagonisten (VKA) zu verdrängen. Dabigatran (Pradaxa®) und Rivaroxaban (Xarelto®) wurden zugelassen zur Primärprophylaxe bei Hüft- und Knie-TEP, zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern (VHF) und Rivaroxaban auch zur Behandlung und Sekundärprophylaxe venöser Thromboembolien. Mit Apixaban (Eliquis®) ist ein weiterer direkter Inhibitor des Gerinnungsfaktors Xa ähnlich Rivaroxaban zugelassen worden.
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Thromboserisiko der hormonellen Kontrazeption

Die meisten der seit 50 Jahren angewendeten Kontrazeptiva sind eine Kombination von Östrogen und Gestagen. Grundsätzlich ist das Risiko für eine venöse thromboembolische Erkrankung bei der Anwendung oraler Kontrazeptiva mit einem niedrigen Östrogenanteil (< 50 μg) und einem Gestagen ca. 3- bis 8-fach erhöht. Seit einiger Zeit stehen uns auch rein gestagenhaltige Präparate zur Verfügung. Und neben oralen Kontrazeptiva verfügen wir über hormonelle Kontrazeptionsmethoden auf nicht-oralem Wege. Es wurden nun groß angelegte Studien publiziert, die das Thromboserisiko der neueren Präparate recht genau quantifizieren. Zeit für eine Bestandsaufnahme.

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Die Behandlung venöser Thromboembolien mit den neuen oralen Antikoagulanzien

Die neuen oralen Antikoagulanzien werden für immer mehr Indikationen zugelassen (die neuen Substanzen wurden i. Labor i. Dialog v. 08 vorgestellt). Nach der Primärprophylaxe bei Hüft- oder Kniegelenksersatz wurde Dabigatran (Pradaxa) im Herbst 2011 für die Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern zugelassen. Am 19. Dezember 2011 wurde nun Rivaroxaban (Xarelto) als erstes neues orales Antikoagulanz zur Behandlung venöser Thrombosen zugelassen (und ebenso zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern).

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Blutungsneigung: Neue diagnostische Möglichkeiten zur Abklärung der Thrombozytenfunktion, Teil 2

Mind. 20% aller angeborenen Thrombozytenfunktionsstörungen sind auf Störungen der δ-Granula zurückzuführen. Bestimmte Medikamente lösen eine Funktionseinbuße der δ-Granula aus. Thrombozyten speichern in den δ- (oder dense) Granula neben Ca2+, Phosphat auch Serotonin und Adeninnukleotide (ATP, ADP). Bei Plättchenaktivierung kommt es zur Freisetzung der Granulainhaltsstoffe in die Umgebung des Thrombozyten. Die α-Granula speichern hochmolekulare Inhaltsstoffe wie von Willebrand-Faktor oder Plättchenfaktor 4. Bei Patienten mit einer „Storage Pool Disease“ sind die Speicher reduziert, die Sekretion ist gestört, die sofort einsetzende Blutstillung beeinträchtigt. Diese Störungen kommen ungleich häufiger vor als Defekte von Rezeptoren an der Oberfläche, die Nachweismethoden sind jedoch sehr aufwendig.

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Blutungsneigung: Neue diagnostische Möglichkeiten zur Abklärung der Thrombozytenfunktion, Teil 1

Es gibt auch heutzutage keine einfachen Teste, um die Funktionstüchtigkeit von Thrombozyten zuverlässig zu über-prüfen. Die in-vivo-Blutungszeit ist wenig sensitiv und wenig spezifisch. Eine weiterführende Diagnostik ist Spezial-laboratorien vorbehalten und erschöpft sich oft in der Aggregometrie, die nicht standardisiert ist und gerade häufige Störungen nicht ausreichend erfassen kann. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Klinik für Diagnostik Wiesbaden, Fachbereich Hämostaseologie (PD Dr. C.M. Kirchmaier) haben wir einen Test etabliert, mit dessen Hilfe die nicht seltenen Freisetzungsstörungen valide zu analy-sieren sind. Zusammen mit Mikroskopie und Aggregometrie kann so eine Vielzahl an Thrombozytenstörungen weit-gehend abgedeckt werden.

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Thrombophilie und Primärprophylaxe bei assistierter Reproduktion

In Deutschland leben rund zwei Millionen Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit ist auch Folge eines gesellschaftlichen Wandels: Erst einen Beruf zu erlernen und anschließend Kinder zu bekommen, ist heute für viele Paare eine sinnvolle Lebens- und Familienplanung. Die assistierte Reproduktion (IVF und ICSI) kann der ungewollten Kinderlosigkeit Abhilfe leisten. Die Hämostase tangiert die assistierte Reproduktion auf zweierlei Art, via 1. Implantation und Plazentation und 2. dem maternalen Thromboserisiko unter Hormonstimulation. Evidenzbasierte Leitlinien zur Antikoagulation gibt es bislang nicht.

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